CNBW-Juristenumfrage zeigt: Rechtslage für deutsche Unternehmen in China verschärft

Rechtslage für deutsche Unternehmen in China verschärft –
Verunsicherung vor allem durch geopolitischen Kontext
(1. Juni 2026) Das China Netzwerk Baden-Württemberg hat untersucht, wie sich die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Juristen und deutsche Unternehmen in China auswirken. Die Analyse wurde vom CNBW-Arbeitskreis Legal & Tax erstellt.
Die Kurzumfrage mit Stichprobencharakter richtete sich an Juristen mit China-Fokus und zielte darauf ab, brisante Trends, neue regulatorische Risiken und den Einfluss von KI in der Rechtsberatung zu identifizieren. 66% der Befragten beraten Unternehmen seit mehr als zehn Jahren in China. Die Mehrheit ist in den Bereichen Handels- und Vertragsrecht sowie Gesellschaftsrecht und Merger & Acquisitions (M&A) tätig. Die Ergebnisse belegen die Systemrelevanz der Zielgruppe angesichts zunehmend komplexer Rahmenbedingungen.
Zur Einordnung
Richard Hofmann
Co-Sprecher des CNBW-Arbeitskreises Legal & Tax
(ECOVIS Rechtsanwaltskanzlei):
"Man würde erwarten, dass insbesondere Künstliche Intelligenz, Datensicherheit und Regelwerke, etwa das chinesische Cyber Security Law, die größten neuen rechtlichen Risiken für deutsche Unternehmen begründen. Unsere Umfrage zeigt jedoch, dass die entscheidenden Veränderungen weniger aus neuen Gesetzen entstehen, sondern aus einer geopolitisch getriebenen Anwendung und der Verschärfung bestehender Regelwerke – insbesondere unter dem Einfluss der amerikanischen Politik. China ist rechtlich deutlich berechenbarer geworden als noch vor einigen Jahren."
Dr.-Ing. Elmar Stumpf
Vorsitzender des CNBW-Vorstands:
"Die Auswertung zeigt, dass externe bzw. innerchinesische Einflüsse als erfolgskritische Handlungsfelder in die Risikomanagement-Betrachtung der Unternehmen einfließen müssen. Wir wissen, dass insbesondere KMU dabei noch nicht gut genug aufgestellt sind. Die Wahl eines geeigneten, erfahrenen juristischen Experten ist dabei ebenso fundamental. Wer kann entsprechende belastbare Referenzen vorweisen? Wer ist mit Vorgaben und dem tatsächlichen Vorgehen der jeweiligen, auch regionalen chinesischen Behörden vertraut? Und wer hat überdies schon den beileibe nicht trivialen Bereich KI im Blick?"
Hier geht es zu den Ergebnissen ...