Warenhandel: Kurzbericht zum "China-Schock" in deutschen Industriebranchen
Die deutschen Autoexporte nach China brechen massiv ein - das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Auch andere Schlüsselindustrien verlieren deutlich an Boden.
Die Ausfuhren der deutschen Autoindustrie nach China sind im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel zurückgegangen. Seit dem Höchststand im Jahr 2022 ist das Geschäft mit Pkw und Autoteilen um mehr als die Hälfte eingebrochen. Während die Hersteller damals noch Waren im Wert von fast 30 Mrd. Euro exportierten, waren es 2025 weniger als 14 Mrd. Euro.
"Die starken Exportrückgänge bei gleichzeitig steigenden Importen sind kein normaler Konjunktureffekt, sondern auch das Ergebnis massiver Wettbewerbsverzerrungen", sagt Jürgen Matthes, beim IW Köln Leiter des Themenclusters Internationale Wirtschaftspolitik, Finanz- und Immobilienmärkte. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse das Thema bei seiner Reise nach China klar ansprechen, und er dürfe es nicht aus Sorge vor Gegenwind aus Peking ausklammern. Wenn sich an den unfairen Praktiken nichts ändere, sei Europa gezwungen, Ausgleichszölle einzuführen. "China ist wegen seiner schwächelnden Wirtschaft auf den europäischen Markt angewiesen und erzielt hier hohe Gewinne. Das ist ein Hebel, auch bei den Verhandlungen über eine verlässliche Versorgung mit kritischen Rohstoffen und seltenen Erden", so Matthes.
Hier geht es zum IW-Kurzbericht "Deutscher Warenhandel mit China im Jahr 2025: China -Schock trifft vor allem die Autoindustrie"